Webentwicklung auf dem Mac
In diesem Artikel soll gezeigt werden, wie mit wenigen Handgriffen eine brauchbare Umgebung zur Webentwicklung mit PHP auf dem Mac eingerichtet werden kann. Das meiste, was man dazu benötigt, ist schon vorinstalliert und muss nur aktiviert werden. Daher soll dies eine Art Leitfaden sein, wie man die einzelnen Komponenten aktiviert und verwendet.
1. Webserver
Auf jedem Mac ist bereits ein Apache Webserver installiert. Standardmäßig ist dieser aber ausgeschaltet. Zum Einschalten öffnet ihr die Systemeinstellungen und wechselt zu den Freigaben. Dort wird dann bei “Webfreigabe” der Haken gesetzt. Hat das geklappt, wird dort die URL des Webservers angezeigt. Die URL wird dort immer mit der aktuellen IP-Adresse des Rechners angezeigt, man kann aber selbstverständlich auch Localhost verwenden. Zum Testen kann man jetzt den ersten der beiden Links anklicken, der auf das Home-Verzeichnis eures Benutzers zeigt.
Wenn ihr noch keinen Website-Ordner erstellt habt, kommt jetzt ein “403 – Forbidden”. In diesem Fall muss zunächst in den Freigabeeinstellungen der Button zum Erstellen des Ordners angeklickt werden. Danach sollte dann beim Anklicken des Links eine Test-Website geöffnet werden. Der Button, mit dem ihr den Ordner erstellt habt, öffnet ab sofort den Finder direkt in eurem Website-Ordner. Dieser liegt immer in eurem Home-Verzeichnis im Unterverzeichnis “Websites”.
In diesem Verzeichnis könnt ihr nun nach belieben Dateien und Ordner erstellen, die sind dann alle unter der in den Systemeinstellungen vorgegebenen URL erreichbar.
2. PHP
Auch PHP ist standardmäßig auf dem Mac vorinstalliert. Allerdings ist die Aktivierung im Apache-Webserver nur über die Konsole möglich, eine grafische Oberfläche gibt es dafür nicht. Daher müsst ihr nun zunächst die Konsole öffnen und mit vi (oder irgend einem anderen Editor) die Konfigurationsdatei des Apache öffnen. Wichtig ist hier mit sudo zu arbeiten, denn sonst hat man nicht die erforderlichen Rechte zum Speichern der Datei. Standardmäßig ist die Datei Readonly, daher müsst ihr zunächst das Schreib-Flag setzen.
sudo chmod +w /etc/apache2/httpd.conf
sudo vim /etc/apache2/httpd.conf
Ist die Datei geöffnet, müsst ihr folgende Zeile suchen und das Kommentarzeichen (#) entfernen.
#LoadModule php5_module libexec/apache2/libphp5.so
Danach die Datei speichern und schließen. Nun muss der Webserver neu gestartet werden, damit er die geänderte Konfigurationsdatei einliest. Das geht am schnellsten, indem man in der Konsole folgenden Befehl ausführt:
sudo /usr/sbin/apachectl restart
Alternativ kann man auch einfach in den Systemeinstellungen bei der Webfreigabe den Haken entfernen und wieder neu setzen. Nun kann man in seinem Website-Ordner eine PHP-Datei erstellen und ausprobieren, ob es geklappt hat.
3. MySQL
MySQL ist leider nicht vorinstalliert, daher muss dies von Hand erledigt werden. Dazu geht ihr zunächst auf http://www.mysql.com und ladet die aktuelle Version des Community-Pakets herunter. Auf einem aktuellen Mac mit OS X Snow Leopard oder Lion benötigt ihr das 64-Bit DMG-Package für Version 10.6. Das müsst ihr nach dem Download mounten und die enthalten pkg-Datei öffnen, dann startet die Installation. Anschließend solltet ihr noch die prefPane-Datei ausführen, dadurch wird ein Item in den Systemeinstellungen angelegt, über das die Datenbank bequem gestartet bzw. gestoppt werden kann.
Nach Abschluss der Installation könnt ihr dann die Datenbank in den Systemeinstellungen unter “MySQL” über den dort angezeigten Button starten.
Nun kann man sich noch ein Verwaltungstool installieren, hier ist Sequel Pro sehr gut geeignet (Freeware, Download unter http://www.sequelpro.com/). Wenn man das installiert hat, kann man sich auf die Datenbank auf 127.0.0.1, Benutzer “root” und ohne Passwort verbinden.
PHP kann nun sofort ohne weitere Konfiguration auf die Datenbank zugreifen. Wichtig ist nur, bei der Verbindung immer die IP-Adresse des Rechners zu verwenden oder eben 127.0.0.1. Wenn ihr “localhost” nehmt, wird es zu Fehlermeldungen kommen, weil man dafür noch eine Unix-Socket-Konfiguration vornehmen müsste.
4. Fertig!
Nun sollte alles soweit funktionieren und ihr könnt mit der Erstellung von Webseiten beginnen.
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